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Entstanden ist die Idee, eine Singlebörse für Alleinerziehende zu machen, durch ein Gespräch mit einer Bekannten, die mir ihre Erfahrungen mit Kontaktanzeigen im Web erzählt hat. Sie erzählte von Männern, die gleich Nacktfotos schickten oder ein Nacktfoto von ihr haben wollten, ordinärer Anmache, Männern, die nur an Sex interessiert waren, Männer, die ohnehin gebunden waren und bloß eine Affäre suchten, unerbeten Anrufe oder SMS und sogar Männer, die plötzlich vor der Türe standen.
Sie erzählte auch von scheinbar seriösen Singlebörsen, die ständig wieder Gebühren verrechnet haben, die zudem auch noch unangemessen hoch waren und in keinem Verhältnis zu dem Publikum standen, das man dort treffen konnte. Alles in Allem, keine guten Erfahrungen.
Ich habe dann auch mit meiner Exfrau darüber gesprochen und die hatte ähnliche Erfahrungen gemacht. Zudem hat sie immer wieder erlebt, daß das Interesse der Männer gleich weg war, wenn sie erfahren haben, daß sie alleinerziehende Mutter ist.
Daraus entstand die Idee "Es müßte eine seriöse Singlebörse speziell für Alleinerziehende geben, wo Kinder kein Problem sind und man nicht unangenehm belästigt wird".
Ein paar Recherchen haben gezeigt, daß es bis dahin keine Partnerbörse gab, die sich speziell mit Alleinerziehenden Singles beschäftigt hat. Alleinerziehende waren in allen möglichen Singlebörsen registriert, wo man aber wenig Interesse an den speziellen Bedürfnissen oder Problemsituationen von Müttern oder Vätern hatte, sondern bloß regelmäßig überhöhte Gebühren bezahlt werden sollten.
Die logische Konsequenz war, eine Singelbörse für Alleinerziehende zu machen, in der natürlich auch Singels zugelassen werden, die eine Beziehung mit einem alleinerziehenden Elternteil eingehen möchten.
Es sollte aber nicht bloß eine weitere Singlebörse werden. Es sollte ein Treffpunkt für Alleinerziehende werden, wo man seine Kontaktanzeige eintragen kann, in einem geschützten Rahmen flirten kann, ein Diskussionsforum sollte es geben und natürlich einen Chat. Es sollte gemeinsame Freizeitaktivitäten geben, wo Alleinerziehende gemeinsam mit den Kindern etwas unternehmen können, natürlich mit dem Hintergedanken, daß man sich dadurch besser kennen lernt und Amor seine Pfeile abschießen kann.
Nun fehlte noch ein Name. Alle Namen, die das Wort "Single" enthielten, kamen nicht in Frage. Der Name sollte unterstreichen, daß es hier nicht nur um die Partnersuche gehen soll, sondern darum, ein erfülltes Leben zu führen. Es sollte nicht das Singleleben als Problem dargestellt werden, sondern Mut und Vertrauen wecken, gemeinsam mit den Kindern ein erfülltes Leben führen zu können, in dem auch Raum für eine glückliche Liebesbeziehung und neue Freundschaften ist.
Viele Ideen wurden verworfen, bis der Name "Halbvoll" auftauchte. Das war´s. Halbvoll beschreibt genau das Lebensgefühl der Leute, an die sich die Singlebörse wenden sollte. Leute, die mit ihrem Leben nicht unglücklich sind, die sich recht wohl fühlen, aber ein bißchen besser wäre es noch, wenn auch der richtige Partner da wäre.
Schon bald nach dem Start zeigte sich, daß diese Idee von den alleinerziehenden Singles hervorragend aufgenommen wurde. Die Medien wurden auf Halbvoll aufmerksam und ständig kamen neue Singles dazu.
Nahezu täglich erreicht mich die Nachricht, daß sich wieder ein Paar gefunden hat (und ich erfahre sicher nicht alles, was auf Halbvoll geschieht). Mittlerweile gab es einige Hochzeiten, zumindest ein Baby und, ich weiß nicht wie viele, neue Beziehungen.
Halbvoll hat sich im Lauf der Jahre zu DEM Treffpunkt für Singles entwickelt, die sich ein Leben in einer Familie vorstellen können, und ich muß gestehen, es macht unheimlich viel Spaß, Halbvoll.net zu betreiben.
Wolfgang, alias Mr Pringles
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